Über//About

cropped-der-fruehe-tod-2013kl.jpg„Mirjam Elburns Arbeitsmaterial ist zumeist (menschliches) Haar. Das Haar wird mit vielfältigen Trägerstoffen – zumeist Fundstücken – mittels Durchstechen verbunden. Der Anteil des eigenen Körpers bleibt im Haar unvermutet hoch: Das schon am lebendigen Körper tote Material konfrontiert den Betrachter mit dessen und der eigenen Materialität und Vergänglichkeit. Als Frisur gepflegt, löst das abgeschnittene vom Körper getrennte Haar Irritation, als Überbleibsel auf der Kleidung, dem Kopfkissen oder im Bad mitunter Ekel aus. Als verarbeitetes Material verlebendigt Haar das Trägermaterial durch das es hindurch gestochen wurde.“ [Pressetext: Relocate your boundaries, Gemeinschaftsausstellung, Städt. Galerie Haus Seel/Siegen]

// The working material of Mirjam Elburn is mostly human hair. The hair is connected with different carrier materials – mostly finds or material regarded as waste – by piercing through it with a felting needle. The proportion of the own human body remains unexpectedly high. The material already dead while attached tot he living human body confronts the observer with the transience of the material and his/ her own materiality and transience. Well groomed as a neat hair style, cut-off hair irritates and as remiscent on clothes, cushions or in the bath room induces rejection or disgust. As processed material the pierced through hair enlivens the carrier material. [Press release: Relocate your boundaries, Group exhibition, Städt. Galerie Haus Seel/Siegen]

„Wir weisen Haaren, je nachdem, aus welchem Kulturkreis wir kommen, unterschiedliche Bedeutungen zu. Bei Frauen werden Haare mit Erotik und Attraktivität in Verbindung gebracht, bei Männern mit Macht und Potenz. Samson verlor seine übermenschliche Kraft, nachdem Delilah ihm seine Haare im Schlaf abgeschnitten hat. Kindern durften nach altem Volksglauben die Haare nicht zu früh geschoren werden, ihre Überlebenskraft wuchs mit den Haaren. Und Vorsicht, sollte sich jemand deiner abgeschnittenen Haare bemächtigen, gewinnt er nach altem Aberglauben Macht über dich. Bemerkenswert daran ist die Tatsache, dass Haare eine so unterschiedliche Konnotation für uns haben, je nachdem, ob sie am menschlichen Körper wachsen und mit einer Person in Verbindung gebracht werden können, oder von diesem/von dieser losgelöst und damit niemandem und auch keinem Geschlecht mehr zuzuordnen sind. […]“ [Kristina Helena Pavicevic: „Die Lust der Zerstörung ist zugleich eine schaffende Lust!“ (M. Bakunin, 1842), in: Mirjam Elburn: See-saw, Ausstellungskatalog der Galerie der HBKsaar, Snoeck, Köln 2010, S.12 -15.]

// translation will follow soon

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